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Mittwoch, 18. Juli 2012

Unmoralische Wasserspiele oder gelungener Schildbürgerstreich?

Kennen sie das?
Kurz nach dem Verlassen der Wohnung oder des Hauses immer die gleichen, quälenden Fragen:

Habe ich zugesperrt?

Das Bügeleisen ausgesteckt?

Kaffeemaschine abgedreht?

Kühlschrank ordentlich geschlossen?

Aschenbecher ausgeleert?

Wasserhahn fest zugedreht?

Obwohl, letzte Sorge scheint bei uns in Stockerau überflüssig …, weil bei unserem sehr „beliebten“ Brunnen  mit Ecken & Kanten und da’stessendem Design  gibt’s das neueste „Einweg-Wegwerf-Wassersystem“:

Und das geht genau so:

Wasserhahn auf - einmal d’rüber laufen lassen - und ab in den Kanal…. für immer & ewig!
Ohne Kreislauf. 24 Stunden am Tag und 365 Mal im Jahr?
Wie lange und wie oft auch immer: Es gehen Unmengen an Trinkwasserqualität den Gulli hinunter!
Gratis? Ich glaube nicht! Noch dazu in Zeiten, wo doch großes Sparen angesagt ist…

Und was passiert, wenn der Abfluss einmal verstopft sein sollte?

In vielen Haushalten wäre das ein Horrorszenario, aber von so einer kleinen Überschwemmung wären vermutlich & hoffentlich nur leer stehende und vernachlässigte Geschäfte betroffen, welchen ohnedies ein paar Kübel Wasser und ordentliche Putzfetzen schon lange gut tun würden. Allerdings wäre aber auch zu befürchten, dass die Gemeinde für die eine kleinere Sockelsanierung oder andere größere Trockenlegung der gefluteten Liegenschaften aufzukommen hätte …


Wasser ist ein wertvolles Gut, das wir – Gott sei Dank – in Überfluss haben, aber
in diesem Fall ist die Verschwendung definitiv unmoralisch,
oder sollten diese Wasserspielchen nur ein gelungener Stockbürgerstreich anlässlich 1000 Jahre Stockerau sein?

Sonntag, 14. März 2010

Alles entwickelt sich, nur Stockerau nicht. Krise A22-Ausbau: Schlecht verhandelt?

Vor über sechs Jahren begannen die Verhandlungen der Stadtgemeinde Stockerau mit der ASFINAG über den Ausbau der A22 auf 6 Fahrspuren. Die FPÖ Stockerau hat das Projekt unter der Auflage, dass die modernste Technik für Lärmschutz zur Anwendung kommt, unterstützt.

Aus diesem Grund stellten wir auch den Antrag auf Einhausung in Leichtbauweise des Abschnittes Stockerau. Leider hat der SPÖ Vertreter diese Forderung mit dem Hinweis auf hohe Kosten nicht unterstützt und somit unsere Verhandlungsposition von Haus aus unnötigerweise geschwächt.

Bürgerinteressen sollten gewahrt bleiben

Wir wollten die Interessen der Stockerauer Bürger wahren und nicht die der Asfinag. Unseren Antrag auf Durchführung einer UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) haben wir nach der Zusicherung, dass am Verhandlungswege mehr an Zugeständnissen zu erreichen wäre, zurückgezogen. Er war auch nach unterschiedlichen Rechtsauffassungen nicht gedeckt.

So kam es also zum „Runden Tisch“. Als Rechtsvertreter der Gemeinde wurde RA Dr. H. Vana bestellt, der sich aber in weiterer Folge nur als Mediator sah. Ebenfalls auf unserer Seite agierte DI Dr. Kirisits, ein anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Lärmschutztechnik.

Lärmschutz gefordert

In vielen Besprechungen einigte man sich auf die Errichtung gewaltiger Lärmschutzbauten entlang der Stadtgrenze, von der Abfahrt Ost bis zum Knoten Nord und darüber hinaus auf der S5 im Bereich Zögersdorf und S3 Richtung Hollabrunn. Weiters hat die Asfinag folgende Punkte versprochen bzw. zugestimmt:

•Eine 1,5 m hohen Schutzwand Au-seitig zum Schutz der Erholungssuchenden

•Eine Radwegverbindung am Damm des Senningbaches in die Stadt und

•Ein hydrologisches Gutachten zur Vernetzung der Altarme in der Au zum Hochwasserschutz.

Obwohl die Kapitel Abgasemmissionen und Feinstaubbelastung gar nicht mehr verhandelt wurden, endete der Runde Tisch trotz unseres Drängens nicht mit einem Vertrag, sondern mit einer rechtsunverbindlichen Absichtserklärung. Die Einreichpläne der Asfinag wurden aber fairerweise wie vereinbart eingebracht.

Wurden wir geprellt?

Die Regierung Faymann/Pröll hat als eine der ersten Maßnahmen verlauten lassen, dass es hinkünftig nicht mehr so großzügige Lärmschutzmaßnahmen im Straßenverkehr geben wird. Das hat für Stockerau natürlich nichts Gutes erahnen lassen.

Tatsächlich wurde im Oktober 2008, also wenige Tage nach der Wahl zum Nationalrat, die Ausschreibung widerrufen und der Baubeginn gestoppt. Als Begründung wurde eine stagnierende Verkehrsentwicklung angegeben.
Gerald Moll sagte dazu, dass die Wirtschaftskrise vielleicht einen temporären Rückgang verursacht, wenn aber die Brücke in Traismauer die Verbindung zur A1 schließt, werden die von der Asfinag prognostizierten 84.000 Fahrzeuge pro Tag wesentlich übertroffen werden.

Aber die Asfinag suchte und fand eine weitere Erklärung für die Verzögerung. Es wurden Proben aus dem von der Gemeinde angekauften Lärmschutzdamm gezogen. Und siehe da, das aufgeschüttete Material ist kontaminiert!

Verseuchung war bereits 1999 bekannt!

Das hatten aber schon 1999 chemische Gutachten ergeben, nur die rote Rathausmehrheit wollte das damals nicht wahrhaben und hat alle Verfahren abgewürgt. Der eigentliche Skandal ist aber, dass die Asfinag Herrn Bürgermeister Laab schon im April 2009 von den Problemen unterrichtet hatte.

Die Reaktion: nur unter Zugzwang (Verjährungsfrist) wurden erst am 6. Oktober 2009 in einer Verkehrsausschußsitzung die anderen im Gemeinderat vertretenen Parteien damit konfrontiert.

Lösung verpasst!

Eine von der Asfinag vorgeschlagene Verjährungsverzichtserklärung wurde (natürlich) nicht unterschrieben. Damit hätte man ohne Zeitdruck eine einvernehmliche Lösung finden können.

Die Folge: Stockerau wurde geklagt

Daher haben wir jetzt auch noch eine Klage der Asfinag am Hals. Eine Einsicht in alle relevanten Verträge, Bescheide und Schriftstücke wurden uns bis heute trotz mehrmaliger Aufforderung (aus gutem Grund?!) nicht gewährt. Ergebnis dieses roten Alleinganges: Tag und Nacht werden die Stockerauer Bürger dem ununterbrochenen Verkehrslärm ungeschützt ausgeliefert. Und vor 2016 wird sich daran nichts ändern.

Diese Abbildung zeigt den "Flug" über den Plan der Lärmemmissions - Prognosen - Karte. Im Vordergrund A 22 Knoten Stockerau Nord, Blickrichtung Wien.

Kurzinfo: Raumplanung großzügig ignoriert...

Ein Sündenfall der Raumplanung durch Genehmigung des geplanten Hotelneubaues beim äußeren Kreisverkehr Anschluß A22-Ost: Für die Freiheitlichen sind Umwidmungen südlich der Autobahn tabu. Der Grund: Es werden sich Nachahmer finden, denen man die Zustimmung schwerlich verwehren kann. Hohe Kosten für die Erschließung der Infrastruktur wie Wasser- und Kanal, ohne gleichzeitig finanzieller Absicherung durch den Bauherrn (Stichwort Bankgarantie). Und die Au als Naherholungsgebiet verliert wieder ein paar Quadratmeter...

Biogasanlagen: Fluch oder Segen? Stadtregierung ignoriert Bürgerstimmen

Klimaneutral erzeugte Energie ist ein Segen. Geruchsbelästigung ein Fluch. Beides haben wir in Stockerau. Die Betreiber wollen das Geruchsproblem in den Griff bekommen, den Anrainern wäre damit geholfen. Nur die Stadtregierung tut nichts...

Neben dem mit Holzhackgut befeuertem Fernheizwerk befindet sich auch eine von der KELAG betriebene Biogasanlage. Hier wird gehäckselter Mais siliert. Das so in der Anlage gewonnene Gärgas betreibt Gasmotoren und diese Generatoren, deren Strom ins Netz gespeist wird. Durch den nachwachsenden Rohstoff, dessen Gärreste übrigens den Einsatz von Kunstdünger weitestgehend ersetzen, ist eine nachhaltige, CO2 neutrale, mit höchstmöglichem Wirkungsgrad verbundene Energiequelle, aus heimischer Landwirtschaft bezogen, gefunden.

Wodurch entsteht nun der Geruch?

Bei der Entnahme aus dem Lager und der Einbringung der Silage in den Gärprozeß entstehen jedoch Geruchsglocken, die witterungsbedingt unterschiedlich groß werden können und zur Geruchsbelästigung der Anrainer führen können.

Die Anlagenbetreiber wollen daher diesem Problem durch Verlegen des Lagerplatzes in vom Wohngebiet weiter entfernte Gebiete Herr werden. Das jetzige Maissilagelager soll zu einem Holzlagerplatz für das Heizwerk der Fernwärme umgebaut werden.

Fehlt nur noch die Zustimmung der Stadtregierung, die sich unverständlicherweise vor den Wahlen nicht zu einer Entscheidung durchringen wollte.

Wir Freiheitlichen setzen uns jedenfalls für eine rasche Umsetzung dieser Pläne ein.

Sonntag, 28. Februar 2010

Neues von der Stockerauer Mülldeponie

Alles beim Alten. Um 18 000 Tonnen ist die Deponie überfrachtet, 40 000 Tonnen liegen ungesichert in der Gegend herum. Über die bisher angelaufenen Kosten wird vorm Verfassungsgerichtshof gestritten, wobei Stadtamtsdirektorin Frau Dr. Riedler im Bezirksblatt „Wer soll das bezahlen?“ vom 21.02.2007 ankündigt hat, dass sogar bis vor den Europäischen Gerichtshof gegangen wird. Die Instanzenzüge bis aufs letzte Auszureizen ist sehr fragwürdig. Erstens sind die Chancen für ein positives Urteil für Stockerau sehr gering, denn der Grundeigentümer ist bei Umweltsünden grundsätzlich immer der Letzthaftende. Zweitens steigen die Kosten der Mülldeponie für Stockerau aufgrund verlorener Gerichtsverfahren immer weiter an. Egal wie man es dreht oder wendet – letzten Endes zahlt immer der Bürger.